Der Altar

Eine Besonderheit in der Pfarrkirche zur Hl Gertraud stellt der Altar dar. Vom säulenförmigen Sockel weitet sich der kreisrunde Altartisch. Er ist somit ein Symbol der Ausstrahlung und der Zusammenführung.

Vom Altar aus strahlt die Anwesenheit des Herrn in alle Richtungen, wie die Strahlen der Sonne. Zum Altar hin sind alle Gläubigen eingeladen: das kommt besonders in der Bitte des Vaterunsers „Unser tägliches Brot gib uns heute“ zum Ausdruck.

Das Altarbild

Jedem, der in die Kirche eintritt, fällt das ausdrucksstarke, ergreifende Altarbild auf: Der Gekreuzigte, gemalt vom Meraner Künstler Luis Stefan Stecher.

Hell leuchtend schwebt das Kreuz als Zeichen der Hoffnung im Weltenraum. Das Kreuz Jesu hat kosmische Bedeutung, für alle Länder und Völker, für alle Räume und Zeiten. Das Kreuz schwebt im Nichts und in der drohenden Nacht. Die Gestalt des Gekreuzigten gleicht einem großen Fragezeichen. Dem fragenden, suchenden, verlorenen Menschen wird sich dieses Bild besonders erschließen.

Am Kreuz hängt der gequälte und grausam verrenkte Leib Jesu. Der hölzerne Querbalken ist gewaltsam unter die Achselhöhlen gezwängt worden, die Arme sind mit gewöhnlichen Nägeln in Körpernähe durch den Puls am Kreuzesholz befestigt. Eine Dornenkrone aus verbogenem Stacheldraht drückt auf den Kopf des Sterbenden.

Ein Strick hält das Lendentuch fest. Die Glieder Jesu sind durch die Schmerzen verzerrt. Sein Körper zeigt bereits Leichenblässe die das ganze Bild sozusagen in eine jenseitige Atmosphäre hebt. Der Kopf Jesu fällt im Augenblick des Todes nach hinten auf die Schulter, der brechende Blick des Sterbenden ist zum Himmel gerichtet, hilflos und entsetzt, aber nicht verzweifelt.

Die Gesichtszüge sind eher allgemein gehalten, es kann sich jeder Mensch darin selbst erkennen - obwohl der Künstler hierin den Gesichtsausdruck seiner eigenen sterbenden Mutter verewigen wollte. Leid, Tod, Gewalt und Angst: Jesus stirbt für alle Menschen. Bei aufmerksamer, betender Betrachtung des Bildes fangen viele Einzelheiten an zu sprechen: Kette und Strick, Nägel und Stacheldraht, die Dunkelheit...

Das Sterben Jesu wird gedeutet als Zeichen der Hoffnung für uns und die ganze Welt. Das Kreuz bekommt die auffällige Form eines gewaltigen Schiffsankers. Der Anker ist seit altersher das Zeichen der Zuversicht und der Hoffnung. Vielleicht kann manchen Betrachter auch die patinagrüne Farbe des Ankers auf die Hoffnung hinweisen. In der Zeit der Christenverfolgung der ersten drei Jahrhunderte war der Anker ein beliebtes Symbol für das Kreuz. Gerade die auffällige Ankerform lässt dieses Kreuzesbild gleichsam mit scharfen Haken in der Seele des Betrachters haften. Der Anker hängt an einer starken Kette, so dass die Füße des Gekreuzigten in den dunklen Weltenraum hineinragen. Die Zeichen der Gewalt werden ergänzt durch Zeichen der Hoffnung, die Wundmale Jesu sind verklärt, ein in sich geschlossener vollkommener Regenbogen umgibt das Geschehen am Kreuz mit reiner Ahnung von Heil und Glanz, und die Hände Jesu sind nicht verkrampft oder zu Fäusten geballt, sondern erhoben und in alter Orantenstellung zum Gebet geöffnet. Aus den weißen "sauberen" Händen Jesu fließen gleichsam die lebhaften Farben des Regenbogens, die das Ende des Sturms andeuten. In diese betenden Hände kann jeder von uns sein eigenes kleines Beten hineinlegen.

Eine hölzerne Tafel mit genauer, dreisprachiger Inschrift (Hebräisch, Griechisch und Lateinisch: Jesus Christus. der König der Juden) in der Mitte des Bildes beurkundet die Geschichtlichkeit der Kreuzigung. So wunde es nicht nur gemalt, so ist es auch geschehen! Die Tafel hängt Jesus an einem Band um den Hals - wer denkt da nicht an die Häftlinge in den Konzentrationslagern unseres Jahrhunderts - und stempelt ihn so zum Narren, Aufwiegler und Gotteslästerer. So ist es geschehen unter Pontius Pilatus, und so geschieht es auch heute noch, denn weder Pontius Pilatus ist gestorben, noch der namenlose Feigling in der Masse mit dem Ruf: Ans Kreuz mit ihm! So wird auch im Zeitalter der Weltraumfahrt das Blut Jesu. vergossen und sein Leib gebrochen - Brot und' Wein sind die eucharistischen Zeichen dafür. Das Brot ist zerschnitten, das Glas zerbrochen und der Wein vergossen. Unsere Welt ist durchtränkt mit dem Blut unschuldiger Menschen, aber auch erlöst durch das Blut Christi.


Gottesdienstordnung

  • Mittwoch 9:00 Uhr, Frühmesse
  • Freitag 7:30 Uhr, Frühmesse
  • Samstag 19:00 Uhr, Vorabendmesse
  • Sonntag 10:00 Uhr, Pfarrgottesdienst

Bürostunden

Mittwoch nach der 9-Uhr-Messe bis 11.30 Uhr
Sprechstunden nach telefonischer Vereinbarung.

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Kontakt

Pfarrei St. Gertraud, Aurelio-Nicolodi-Straße 16, 39100 Bozen

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